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Impuls zum 18. Januar 2026

Zur ökumenischen Gebetswoche um die Einheit der Christen

Von Hans-Otto von Danwitz, Vorsitzender pax christi Aachen

Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung in eurer Berufung (Eph 4,4)
Aus dem Epheserbrief  4,1–6

Ich, der Gefangene im Herrn, ermahne euch, ein Leben zu führen, das des Rufes würdig ist, der an euch erging. Seid demütig, friedfertig und geduldig, ertragt einander in Liebe und bemüht euch, die Einheit des Geistes zu wahren durch das Band des Friedens! Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung in eurer Berufung: ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater aller, der über allem und durch alles und in allem ist.

Die diesjährige Gebetswoche um die Einheit der Christen ist von armenischen Gläubigen verschiedener Konfessionen vorbereitet worden. Sie nimmt als Motto ein Wort des Apostels Paulus auf: „Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung in eurer Berufung“ (Eph 4,4)

Dieser Vers ist eingebunden in eine Mahnung des Apostels Paulus zu einer Grundhaltung, die das widerspiegeln soll, was unseren Glauben ausmacht. Dem Leitwort voraus geht die konkrete Anweisung: „Seid demütig, friedfertig und geduldig, ertragt einander in Liebe und bemüht euch, die Einheit des Geistes zu wahren durch das Band des Friedens!“ (Eph 4,2f)

Angesichts von gewaltbereiten Herrschern unserer Tage ermutigen die Worte des Apostels Paulus, den Traum von einer anderen Welt nicht aufzugeben, vielmehr durch ein alternatives Leben selbst daran mitzuwirken, dass sich nicht das Recht des Stärkeren durchsetzt. Das Bild von dem Einen Leib und dem Einen Geist beinhaltet die Vision einer Menschheit, die von Respekt und Anerkennung der Würde jedes Menschen bestimmt ist. Das gilt im Kleinen in unserem Zusammenleben verschiedener Generationen, Religionen, Sprachen und Lebensgeschichten. Das gilt auch im Großen für den Umgang der Reichen mit den Armen, der Starken mit den Schwachen. 

Grundlage ist der Glaube an den Einen Gott, der uns alle zu seinen Kindern macht. Das schenkt automatisch „Demut“, und daraus erwächst „Friedfertigkeit und Geduld“, wie der Apostel Paulus verheißt. Das Vater Unser als verbindendes Gebet der Christen aller Konfessionen führt immer wieder zu dieser Grundhaltung. Wenn wir uns als Kinder Gottes, als Glieder des Einen Leibes verstehen, bekennen wir unsere Hoffnung, zu der wir gemäß dem Leitwort der ökumenischen Gebetswoche berufen sind. 

Die Armenier haben eine leidvolle Geschichte hinter sich, und stehen auch heute noch vor Herausforderungen, wirklich eine Heimat in Frieden zu finden. Möge ihr gelebter Glaube und ihre Hoffnung uns ermutigen, den Traum von einem Leben in Einem Leib und Einem Geist nicht aufzugeben. 

Gebet aus den Materialien der Gebetswoche um die Einheit der Christen
Von Sonnenaufgang im Osten bis Sonnenuntergang im Westen seist du gepriesen, o Herr, denn du bist König, und dein Name wird im ganzen Universum verehrt. Lass unseren Psalmgesang süß in deinem Ohr erklingen. Lass Recht aus deiner Gerechtigkeit hervorgehen und über unserer Schwachheit aufsteigen. Dein allerheiligster Name sei verherrlicht allezeit. Und mache uns würdig, deinen Geboten zu folgen und dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist Lob und Ehre zu singen, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit.  Amen.